Es lebe das Papier!

Oh, Mann! Immer noch so viele Fehler. Die habe ich in Jahren auf dem Computer-Bildschirm nicht gesehen, aber jetzt in meiner pünktlich eingetroffenen, papierenen Prüfversion aus den USA. Zum Glück vor dem Hochladen zu Amazon. Die meisten sind Kommafehler, aber auch vergessene Buchstaben und ein fieser Wortdreher: „Der junge Mann vehement schüttelte den Kopf.“ Gruß, Yoda, oder was? (Wie – Ihr habt Starwars nicht gesehen?!)
Und dann geht das Spiel wieder von vorne los. Silbentrennung und halbe Zeilen am Seitenanfang. Nach den anderen schaue ich jetzt nicht mehr. Die Geschichte hat viel wörtliche Rede und wenn ich weiter daran herumbastele, geht am Ende noch der Schwung verloren. Ich lade wieder hoch und – wie bitte?! Schon wieder ein Problem. Die Landkarte hat angeblich zu wenige Punkte pro Zoll. Dabei habe ich daran doch gar nichts mehr geändert. Wer hat meine dpi geklaut?! Aber ruhig Blut, diese Sache habe ich ja im Griff. Denkste! Die Karte will absolut nicht mehr dahin, wo sie mal war.

Während das Buch erneut die Prüfung durchläuft, beschäftige ich mich mit dem Kaufpreis, der – einmal festgelegt -, in Deutschland ein Fixpreis ist. Herstellpreis + Versandkosten aus USA + Einfuhrumsatzsteuer stellen die Basis dar. ISBN und Foto- und Coverkosten lasse ich ganz außen vor. Ich erreiche den Break-Even-Point oder nicht. Es war schließlich mal ein Hobby. Skifahrer und Golfspieler geben für ihre Hobbys garantiert mehr aus als ich. Und hier muss ich jetzt auch eine Bresche für Amazon schlagen. Die bezahlen angeblich ihre Angestellten schlecht. Wenn ich den üblichen Buchhandels- und Barsortimentsrabatt in meine Berechnung einpflege, der anfällt, wenn ich mich im Verzeichnis lieferbarer Bücher eintrage (kostenpflichtig), damit Buchhandlungen mein Buch finden und bestellen können (dafür wollen sie berechtigterweise auch Geld haben), ist meine Geschichte nach dem Verpacken schon nicht mehr konkurrenzfähig mit den Preisen richtiger Verlage. Hier ist nämlich der Autor das Ende der Kette. Also ist mein Buch entweder viel teurer als Konkurrenzprodukte oder ich lege sogar noch ein paar Cents drauf für das Prestige, dass mich ein Buchhändler findet, und bete mir wieder vor Hobby, Hobby, Hobby.
Schließlich einige ich mich mit mir, erst einmal nur bei Amazon zu bleiben und € 9,99 als Verkaufspreis festzusetzen. In der CreateSpace-Plattform muss ich einen Netto-Preis angeben. Also € 9,99 : 107 x 100. Macht € 9,33 (abgerundet – ich bin vorgewarnt, dass die Amis irgendwie anders rechnen). Inzwischen ist die Prüfung durch und ich lade mein Buch endlich zur Veröffentlichung hoch. Danach feiere ich erst einmal Karneval in Kölle. Das vereinfacht die Warterei enorm. Alaaf!

großformat

Nach den ganzen Zwischenmails von CreateSpace hätte ich nun doch erwartet, dass eine Benachrichtigung kommt, dass mein Titel jetzt erhältlich ist und nicht klammheimlich erscheint.

MEIN TITEL IST JETZT ERHÄLTLICH!

Aber nicht für € 9,99, sondern für € 9,94. Nachdem das erste Glücksgefühl abgeebbt ist, finde ich das blöd. Mit 95 bis 98 Cents hinter dem Komma hätte ich mich ja noch abgefunden, aber 94? Da in der Kürze der Zeit aber noch niemand ein Buch bestellt hat, ändere ich den Netto-Preis schnell noch auf € 9,34. Macht aber auch nicht € 9,99, sondern € 10,00. Na, schön. Dann verzichte ich eben auf die Augenwischerei mit dem einen Cent und betrachte die runde Summe als ehrlichen Preis. Trotzdem frage ich mich, wie viele Nachkommastellen tatsächlich in die Berechnung auf der US-Plattform eingegangen sind.

Und das allererste Buch habe ich dann gleich selbst bestellt!

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