Eigentlich …

… wollte ich immer Augenärztin werden. Aber ich war eine bequeme Schülerin und so wurde das nichts mit dem Numerus Clausus für ein Medizinstudium. Für Chemie hat es aber gereicht. Leider merkte ich dann schnell, dass mich die Mathematik und Physik, die jenseits der Schule gelehrt wird, restlos überforderte.

1983: Die Geschichte vom Regenbogenland

1983: Die Geschichte vom Regenbogenland

Mit meinen neuen Freistunden wusste ich etwas anzufangen: Ich begann ein Märchen zu schreiben – ganz ordentlich mit Feder, Tusche und kleinen, selbst gemalten Bildchen und selbst gebasteltem Umschlag. Studienmäßig habe ich mich dann zu den Sprachen hin orientiert und bin dabei geblieben.

Und auch beim Schreiben von Geschichten.

Tatsächlich ist es nur eine Geschichte, dafür umso länger. In meinem Computer sitzen zurzeit etwa 1.500 DIN A4-Seiten Mord und Totschlag in einem imaginären Mittelalter mit Zauberern, Hexen und Geistern (sorry, keine Elfen und Orks). Es soll mal fünfbändig werden – wir werden sehen. Gerade schreibe ich an Band 4, sehe aber noch einigen Bearbeitungsbedarf im zweiten und dritten Band. Beides stelle ich gerade hinten an, denn ich habe ein Versprechen gegeben.

“Mama, es wurden schon viel schlechtere Romane veröffentlicht!”

Nivelliert meine Tochter da nicht gleich von vornherein mein Talent - so wie bei Dieter Bohlens “Nett ist die kleine Schwester von Scheiße”? Aber ich tue ihr Unrecht. Sie mag meinen Roman. Und ein Tolkien bin ich wahrscheinlich nicht. Das Studium der englischen und romanischen Literatur habe ich letztlich auch gegen praktisch verwertbares Übersetzen getauscht (die Angst vor der brotlosen Kunst).

Also bringe ich den ersten Band meines Fantasy-Romans nach dreißig Jahren nun endlich heraus. Die Zahl 30 ist dabei rein rechnerisch zu betrachten. Zwischendurch lag das Manuskript, das ich zunächst auf einer emaillierten AEG-Schreibmaschine getippt hatte, jahrelang in irgendeiner Kiste, während ich damit beschäftigt war, zwei Kinder groß zu ziehen. Das größte Problem dabei bin ich aber selbst: Die Geschichte ist immer nur ein Hobby gewesen und nun wird sie möglicherweise von Leuten gelesen, die mich kennen. Was denken die dann von mir? Der Schund passt zu ihr?

„Mama, andere Leute werden mit glitzernden Vampiren berühmt!“

Okay. Augen zu und durch. Dieser Blog wird wohl auch eine Eigentherapie.

Falls er denn endlich funktioniert …

Das Kopfbild stammt aus meinem letzten Urlaub: Abendstimmung auf den Lofoten.
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