Cover Up!

Das mit dem Einband war dann doch nicht so schlimm wie erwartet, trotz anfänglicher Schwierigkeiten:
Die Preise von Buchillustratoren kann ich gut nachvollziehen, nur leisten kann ich sie mir leider nicht. Und im Internet gibt es zwar enorme Bestände frei verfügbarer, kostenloser Bilder zum Herunterladen, ein Blogeintrag zu diesem Thema merkt jedoch hilfreich an, dass eine Verfremdung oder Teilausschnitte dieser Bilder auf dem Cover nötig sind, da man nicht immer sehen kann, wie oft ein Bild schon heruntergeladen wurde. Die Bloggerin hat schon drei verschiedene Bücher mit demselben Einbandbild gesehen!
Ein paar Tage brüte ich über diesem Thema, doch dann schüttele ich nur den Kopf. Eigentlich liegt schon seit einigen Jahren ein Cover-Entwurf auf meinem Rechner und die Urheberrechte daran habe ich auch, da ich die Karte selbst gemalt und auch das Foto geschossen habe.

In diesem Zusammenhang fällt mir dann wieder ein, dass der Plinke davor warnt, Schriftarten zu benutzen, ohne zuvor die Lizenzfrage zu klären. Für den Buchtitel und die Kapitelüberschriften bekomme ich den Segen der Designer, aber ausgerechnet die Schrift auf der Landkarte ist nur für den privaten Gebrauch.
Ich fluche ein wenig, stelle zwei Wohnzimmerstühle auf, nehme einen Bilderrahmen auseinander, lege die Glasscheibe auf die Stühle, die alte Karte darauf – sie war nur für den Hausgebrauch -, und ein neues DIN A 2 -Blatt Aquarellpapier darüber. Leider scheint da gar nichts durch. Also borge ich mir die Nachttischlampe meiner Tochter. Die könnte auch mal wieder abgestaubt werden (die Nachttischlampe, nicht meine Tochter). Ruckzuck ist eine neue Karte fertig. Die geographischen Namen schreibe ich nun in Times New Roman und Kapitälchen. Das ist zwar viel langweiliger als vorher, aber dafür sicher.
Davon brauche ich nun eine jpg-Version, mindestens 300 x 300 dpi, besser aber höher. Die freundliche Mitarbeiterin des Copy-Shops bringt das Computersystem mit 1200 x 1200 dpi erst einmal zum Abstürzen, aber am Schluss halte ich doch eine CD mit einer brauchbaren Auflösung der Karte in Händen. Zeitgleich schicke ich meinen Sohn zum Fotografen.
Wer setzt mir nun meinen laienhaften Entwurf in eine druckfertige pdf-Datei um?
Da hatte ich doch im letzten November über einem Glas Sekt eine Grafikerin kennengelernt. Und sie hatte mir ihre Karte mitgegeben … die habe ich wo hingetan? Hier: www.farbkontrast.com. Ihr Büro ist praktisch um die Ecke. In null Komma nichts ist meine Karte verwittert und das Foto ein Gemälde geworden. Das gefällt!
Nun prüfen echte Menschen mein Cover und Impressum und …

ES GEHT DURCH!

CreateSpace hat eine 3D-Funktion, in der man das Buch virtuell drehen kann. Ich bin begeistert und bestelle sofort ein Ansichtsexemplar … in Amerika! Deutsche On-Demand-Bücher werden in Leipzig gedruckt, Autorenkopien in den USA. Das heißt, sie müssen durch den Zoll und unterliegen der Einfuhrumsatzsteuer.
Da schleicht sich durch die Hintertür all das ein, was ich gern vermieden hätte. Steuer-beraterin sagt, wir warten die erste Rechnung ab, dann sehen wir schon.

Dabei wollte ich doch einfach nur ein Buch schreiben!

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